Kfd und Männerverein besuchen Wasserschloss Brincke

Ein ganzer Bus Varenseller Frauen und Männer machte sich am Samstag, den 14. März 2026 auf zum nahegelegenen Wasserschloss Brincke, welches versteckt und idyllisch an den Hängen des Teutoburger Waldes nah bei Borgholzhausen liegt.

Das Wasserschloss ganz am nördlichen Rande des Kreises Gütersloh gehört zu den ältesten Rittersitzen im Ravensberger Land und wird schon seit dem 14. Jhdt. erwähnt. Erbauer waren die Herren von Brincke. Seit 1439 befand es sich im Besitz der Familie von Kerssenbrock. Die Grafen von Korff gen. Schmising-Kerssenbrock-Praschma besitzen Haus Brincke bis heute. Nach kurzer Fahrt mit Zander-Reisen dort angekommen, erwartete uns bereits die derzeitige Schlossherrin, Ines Gräfin von Kerssenbrock zu einer "Zeitreise" mit einer kleinen Führung und märchenhaften Erzählungen.

Gut gelaunt und engagiert erzählte Frau von Kerssenbrock uns von der bewegten Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner: Vor allem die Romanze zwischen ihrem Vorfahren Franz Xaver und Anna Gräfin von Spee aus Heltorf, die eigentlich lieber Nonne werden wollte, ist uns wohl allen gut in Erinnerung geblieben. Das glückliche Ende von Franz Xavers hartnäckigem Werben um die schöne Anna bescherte dem Paar nicht nur 11 Kinder, sondern dem Schloss auch eine wunderschöne Kirche, deren Portal dem der Wallfahrtskirche Maria Laach nachempfunden ist. Gleich neben der Schlosskirche kann man seit einiger Zeit ein Museum besuchen, in dem sakrale Kostbarkeiten wie z.B. goldene Messkelche, das Taufgeschirr von Gräfin Anna, ein Tabernakel und eine handbestickte Casel aus dem Hochzeitskleid der Gräfin ihren Platz gefunden haben.

Die gesamte Anlage besteht aus zwei Inseln mit einem Herrenhaus und dem, außerhalb der Gräfte liegenden Wirtschaftshof mit Gebäuden aus dem 17ten Jhdt. Die Kapelle wurde Ende des 19ten Jhd. mit vierjochiger Halle entworfen. An die Vorhalle grenzt seitlich ein Turm.

Im Süden der Kapelle befindet sich in einem kleinen Anbau die Sakristei und die Orgel. Die dort ursprünglich geplante bauliche Verbindung zum Wohnhaus wurde dann in einer „Schatzkammer-Idee“ Ende 2018 umgesetzt. Dort sind nun einerseits liturgische Geräte und Paramente konservatorisch geeignet aufbewahrt, als auch das Brincker Archiv feuersicher und klimatisch günstig untergebracht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit dem Neubau des zweistöckigen Kubus mit Natursteinfassade ein funktionaler und sicherer Archiv- und Museums-Bau entstanden ist, der für andere Privat- und kleinere Kommunalarchive als mustergültig angesehen werden kann.

Im Anschluss an die Besichtigung durften wir in der Schlosskirche mit unserem Diakon Klaus Henkenherm eine berührende Andacht feiern. Danke, Klaus! Dabei leuchteten die Kerzen des Kath. Männervereins und der Kath. Frauengemeinschaft für uns.

Hungrig geworden von so viel geistigem und geistlichem Input, überquerten wir mit unserem Bus kurz die Grenze nach Niedersachsen und ließen den Abend im Tannenhof Grottendieck bei guten Gesprächen, Essen und Trinken gemütlich ausklingen, bevor uns Theo vom Busunternehmen Zander wieder sicher nach Varensell zurück brachte.
Auch der zweite gemeinsame Ausflug unserer beiden Vereine (nach Burg Bentheim im Vorjahr) war wieder ein tolles Erlebnis und hat viel Spaß gemacht. Alle waren sich einig, dass wir solche Ausflüge ruhig beibehalten können.

Text und Fotos von Kerstin Vorderbrüggen und Axel Echtermeyer